Rund 3.400 Euro kostet ein Pkw-Führerschein derzeit im Durchschnitt. Eine geplante Reform der Fahrschulausbildung soll die Kosten senken. Dafür sollen unter anderem weniger starre Vorgaben für die praktische Ausbildung gelten und digitales Lernen eine größere Rolle spielen.
Bislang sind beim Führerschein der Klasse B zwölf besondere Ausbildungsfahrten vorgeschrieben: fünf Überland-, vier Autobahn- und drei Nachtfahrten. Künftig soll stärker der individuelle Ausbildungsstand darüber entscheiden, wie viele dieser Fahrten notwendig sind. Wer schnell die erforderliche Fahrsicherheit erreicht, könnte dadurch Kosten sparen. Wer mehr Übung benötigt, wird allerdings auch künftig entsprechend viele Fahrstunden brauchen.
Auch vollständig digitaler Theorieunterricht ist vorgesehen. Zusätzlich sollen private Übungsfahrten erprobt werden. Nach bestandener Theorieprüfung könnten Fahrschüler dabei mit einer geeigneten Begleitperson zusätzliche Fahrpraxis sammeln. Wichtig wäre dann auch der Versicherungsschutz: Bevor ein Fahrschüler ein privates Auto steuert, sollte geklärt werden, ob und unter welchen Voraussetzungen dies über die Kfz-Versicherung abgedeckt ist. Der Versicherer sollte über einen entsprechend erweiterten Fahrerkreis informiert werden.
Ob der Führerschein durch die Reform tatsächlich deutlich billiger wird, lässt sich deshalb noch nicht sagen. Fahrschüler sollten auch künftig nicht allein den Preis einer einzelnen Fahrstunde vergleichen. Gesamtkosten, benötigte Fahrstunden und Ausbildungserfolg gehören zusammen. Geplant ist, Preise und Erfolgsquoten von Fahrschulen künftig transparenter zugänglich zu machen – das könnte den Vergleich erleichtern.
Quelle: Bundesministerium für Verkehr; Civey-Befragung im Auftrag der DEVK, September 2026.





